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130 Jahre Turnerspielmannszug
130 Jahre Turnerspielmannszug

SV "Osterland" Lumpzig e.V.(Landesmeisterschaften 2007)

Im Sommer des Jahres 1880 gründete Oberlehrer Christian Karl Eduard Dettelbach an der Schule zu Großbraunshain einen Kinderspielmannszug. Er war auch Gründer des Männergesangsvereins Großbraunshain im gleichen Jahr.
1883 wurde in der Gastwirtschaft von Edwin Lorenz der Turnverein "Gut Heil" Großbraunshain gegründet. Dazu zählte auch der Spielmannszug. Er rekrutierte sich aus den Abgängern des Kinderspielmannszuges an der Großbraunshainer Schule, die als Osterjungen eine Lehre begannen oder bei einem Bauern der Umgebung als "Kleinenke" untergekommen waren.
Um die Jahrhundertwende bis zum Ende des 1. Weltkrieges sind uns keine außergewöhnlichen Auftritte bzw. Einsätze des Spielmannszuges bekannt. Die Kinder waren an der Schule und die Erwachsenen im bürgerlichen Turnverein "Gut Heil" aktiv. Deren Vorsitzender 1903 Arno Schmidt und ab 1910 Adolf Raab war.
1904 beendete der Gründer unseres Spielmannszuges, Kantor und Oberlehrer Dettelbach, seinen Schuldienst in Großbraunshain und verzog nach Tabarz im Thüringer Wald.
Nach Ende des 1. Weltkrieges waren dem bürgerlichen Turnverein "Gut Heil" so viele Arbeiter beigetreten, sodass am 1. September 1920 durch Abstimmung beschlossen wurde, den Verein in Arbeiter-Turnverein "Frei Heil" umzubenennen.
Der ATV "Frei Heil" hatte im Jahre 1925 - 119 erwachsene Mitglieder, davon waren 39 Gründungsmitglieder von 1920.
Am 14. Oktober 1926 wurde unter Vorsitz von Emil Wünscher abermals ein bürgerlicher Turnverein gegründet. Bis zum September 1933 existierten 2 Turnvereine, also die "Schwarzen" und die "Roten" nebeneinander. Der Spielmannszug der Erwachsenen verblieb beim ATV "Frei Heil".
1929 fand an der Braunshainer Schmiede ein großes Kindersportfest des ATV "Frei Heil" statt. Hier hatte der Arbeiter-Turnverein seinen Übungsplatz auf dem Gelände der ehemaligen Rittergutsziegelei eingerichtet. Dazu kam erstmals der Kinderspielmannszug zum Einsatz.
Es sind kaum Aktivitäten des Erwachsenenzuges in dieser Zeit bekannt. Der Spielbetrieb konzentrierte sich bis 1933 ausschließlich auf die Arbeiterturnfeste in der näheren Umgebung von Großbraunshain. Einige Spielleute gehörten auch dem Männergesangsverein an.
Auf Anordnung der neuen Reichsregierung wurde 1934 der ATV "Frei Heil" aufgelöst. Die gesamten Sportgeräte und Musikinstrumente wurden auf dem Sportplatz an der Braunshainer Schmiede öffentlich versteigert.
An der Großbraunshainer Schule wurde unter Leitung von Lehrer Walter Hiller (Reservefeldwebel der Infanterie) ein HJ-Spielmannszug formiert.
1943 löste sich der Turnverein "Gut Heil" infolge des 2. Weltkrieges von selbst auf, da seine jungen Mitglieder an der Front kämpfen mussten. Sie wurden alle als Soldaten eingezogen.
Die alliierten Besatzungsmächte hatten mit der Kapitulation Deutschlands am 8. Mai 1945 in ihren Besatzungszonen alle Vereine des Deutschen Reiches verboten. Auch die Turnerspielleute hatten keine Heimat mehr.
Am 1. Mai 1947 fand zum Maiumzug der erste öffentliche Auftritt des Spielmannszuges als Ergebnis eines Gespräches vom Sommer 1946 in der Gemeinde Großbraunshain statt. Noch war Großbraunshain das kulturelle und sportliche Zentrum des Kirchspiels Lumpzig.
Um so glücklicher waren sie, das am 29. Mai 1948 (geplant war der 1. Mai) die Gründungsversammlung der Sportgemeinschaft Lumpzig stattfand.
1952 wurde der Spielmannszug der Sportgemeinschaft Lumpzig als vollwertiges Mitglied in den Deutschen Turnverband im Deutschen Turn- und Sportbund (DTSB) aufgenommen. Nun waren die Spielleute wieder unter dem Dach der Turnerschaft. Darauf mussten sie seit 1933 warten.
Zum II. Deutschen Turn- und Sportfest 1956 beim Ausscheid der Spielmannszüge des Deutschen Turnverband (DTV) errang der Zug auf dem Karl-Marx Platz in Leipzig den 3. Platz. Dies war ein erster großer Erfolg.
Im September 1956 wurde an der Grundschule Lumpzig die Arbeitsgemeinschaft Spielleute gegründet. Zu verdanken haben wir es dem damaligen Direktor Dr. Heinz Rink. Die Schule war seit 2 Jahren wieder Übungsstätte des Spielmannszuges geworden. Bis dahin existierte noch die Schule in Großbraunshain, die 1876 eingeweiht wurde. Im gleichen Jahr wurde auch die Notenlehre eingeführt und von da an wurde nur noch mit Noten geübt um ein sauberes Spiel zu bekommen. Erster AG-Leiter wurde Sportfreund Hermann Etzold.
Der erste Nachwuchszug (Pionierspielmannszug) wurde nach einem Auftritt des Pionierspielmannszuges Wintersdorf, 1956 in Lumpzig zum Sportfest der Sportgemeinschaft Lumpzig (SGL) gegründet. Sein erster öffentlicher Einsatz war am 1. Mai 1957 in der Gemeinde. Heinrich Eichler ist der einzige heute noch aktive Spielmann vom damaligen Lumpziger Pionierspielmannszug.
Zur Jahreshauptversammlung der Sportgemeinschaft Lumpzig im Januar 1965 wurde ein Trägerwechsel vollzogen. Die SGL bekam die LPG "Ernst Thälmann" Lumpzig als Träger zugeordnet. Von nun an hieß unsere Sportgemeinschaft Betriebssportgemeinschaft "Traktor" Lumpzig, deren Bestandteil wir als Sektion Spielleute waren. Nach Turnverein "Gut Heil" und "Frei Heil" sowie SGL der 4. Vereinsname.
Nach monatelanger Vorbereitung fand am 17. Juli 1965 das 85. Gründungsjubiläum auf dem Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportplatz an der Eisenberger Straße statt.
An der ersten großen Musikschau der Spielleute des DTSB anlässlich des 75. Geburtstages vom Staatsratsvorsitzenden, dem Genossen Walter Ulbricht am 30. Juni 1968 nahmen auch wir aus Lumpzig teil. Es war der erste Versuch mit mehreren hundert Spielleuten in Bewegung zu musizieren. Das Vorhaben gelang und sollte die Grundlage für weitere Projekte z.B. für kommende Turn- und Sportfeste werden.
Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Zuges stand 1970 ins Haus. Das 90-jährige Gründungsjubiläum. Es wurde im Rahmen des Landessportfestes der BSG "Traktor" Lumpzig am 5. und 6. September gefeiert.
1970 wurde der Spielmannszug für seine jahrzehntelange aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben der Region als Mitwirkende zu den 10. Weltfestspielen der Jugend und Studenten zu Pfingsten in Berlin nominiert und gestaltete als Bezirksdelegation Leipzig diese Festtage mit zahlreichen Einsätzen. In Auswertung der hierbei gezeigten Leistungen wurde der Lumpziger Klangkörper mit der "Arthur-Becker-Medaille der Freien Deutschen Jugend in Bronze" ausgezeichnet.
1979 fuhr der Spielmannszug mit der FDJ-Kreisdelegation Schmölln zum Nationalen Jugendfestival zu Pfingsten nach Berlin. Im Vorfeld dieses großen Jugendfestes wurde auch in der Stabführung des Zuges ein Wechsel vollzogen. Sportfreund Gerhard Schmidt übergab den Tambourstab, den er nach dem Tode von Hermann Etzold übernommen hatte, an den jungen Trommler Gerhard Burghardt.
Das Jahr 1980 war ein besonderes Jahr für den Spielmannszug BSG "Traktor" Lumpzig. Der Musikzug wurde 100 Jahre alt.
Seit 1981 verbindet uns eine freundschaftliche Beziehung nach Mengersgereuth-Hämmern (Südthüringen). Heute hält diese Beziehung der Schützenverein Schichtshöhen bei Sonneberg am Leben. Den ersten Besuch führten wir vom 25. bis 27. Juni 1981 auf Einladung des damaligen Betriebes VEB Spielzeugland Mengersgereuth-Hämmern durch. Initiatoren waren die Sportfreunde Koch und Etzold. Die Verbindung hält bis heute, eine gute Sache!
Im März 1988 knüpfte Sektionsleiter Reinhard Etzold bei einem Privatbesuch in Geesthacht erste Kontakte zum Spielmannszug des Vereines für Leibesübungen in Schleswig-Holstein. Dies erwies sich als klug und zukunftsweisend. Bis heute bestehen enge und freundschaftliche Beziehungen.
Gemäß des Beschlusses des Ministerrates der DDR vom 27. April 1990 wurde am 15. Juni 1990 der Sportverein "Osterland" Lumpzig e.V. gegründet. Er trat die Rechtsnachfolge der BSG "Traktor" Lumpzig an und wurde beim Kreisgericht Schmölln im Vereinsregister registriert. Zum Vereinsvorsitzenden wurde der Sektionsleiter Spielleute, Sportfreund Reinhard Etzold und als sein Stellvertreter der Sektionsleiter Kegeln, Sportfreund Gerald Günter einstimmig gewählt.
Zum ersten Mal nahmen wir an einem gesamtdeutschen Turnfest teil. Diesmal hieß die Turnfeststadt Hamburg. Vom 19. bis 22. Mai 1994 reisten 14 Lumpziger Turnerspielleute zum 29. Deutschen Turnfest in die Elbemetropole.
Am 06. Oktober 1996 nahmen wir zum ersten Mal am Altenburger Bauernreiten teil.
09. März 1997 - Verleihung der ProMusica-Plakette durch den damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog.
Vom 1. bis 3. November 1997 fand ein gemeinsames Übungslager mit unseren Geesthachter Freunden in der Jugendherberge Holzminden statt.
02. Mai 1999 - Teilnahme am Festumzug zum Bauernreiten in Altenburg, in Malchertracht anlässlich "100 Jahre Deutscher Skatverband".
Am 3. und 4. Juli 1999 fand unser erstes Spielmannszugfest im Ernst-Thälmann-Park Lumpzig, in eigener Regie mit Gastzügen aus Mellingen, Vollmershain, Wintersdorf und Starkenberg statt.
Auch das zweite Spielmannszugfest wurde in eigener Regie vom 1. und 2. Juli 2000 durchgeführt. Als Gastzüge nahmen der Spielmannszug der FFW Starkenberg, Spielmannszug "Blau-Gelb" Mellingen und der Spielmannszug der FFW Nauendorf teil.
Unser 1. Trainingslager seit ca. 15 Jahren fand vom 09. bis 11. Februar 2001 im Schullandheim Wellsdorf (bei Greiz) statt.
Zum dritten Spielmannsfest waren nach 10 Jahren unsere Freunde aus Geesthacht wieder zu Gast in Lumpzig, sowie Gastzüge aus Starkenberg und Nauendorf.
Vom 24. bis 26. August 2001 reisten wir nach Schichtshöhen, Gemeinde Mengersgereuth-Hämmern, und feierten mit dem Schützenverein unsere 20-jährige freundschaftliche Verbindung.
Im Mai 2002 nahmen wir zum 2. Mal am gesamtdeutschen Turnfest teil und reisten mit 12 Spielleuten nach Leipzig. Seit 1953 war es nun schon zum 9. Mal. Dort bezogen wir vom 21. bis 24. Quartier in Leipzig Grünau und gestalteten die Musikparade, dynamischer Teil mit Spielmannszügen, aus den neuen Bundesländern.
Vom 6. bis 8. September 2002 folgten wir einer Einladung unseres Partnerspielmannszuges aus Geesthacht zu ihrem 25-jährigen Gründungsjubiläum im Rahmen des 32. Landesmusikfestes von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.
Vom 01. bis 03. Juli 2005 stand Lumpzig wieder Kopf. Wir feierten mit vielen Gastzügen und Freunden unser 125-jähriges Jubiläum. Dies war bis über die Landesgrenzen hinaus ein voller Erfolg.
Am 24. Juni 2006 nahmen wir an der 11. Thüringer Landesmeisterschaft in Rüdersdorf teil und errangen den Pokalsieg im Pokalwettkampf der Spielmannszüge.

Das Wahrzeichen der Gemeinde Lumpzig

 

http://www.bockwindmuehle-lumpzig.de

 

Der Altenburger Bauernhöfe e.V., die Gemeinde Lumpzig und die VG Mehna machten es möglich, dass in der Bockwindmühle wieder Mehl gemahlen werden kann. Unsere Windmühle wird als technisches Denkmal in der Zukunft ein touristischer Anziehungspunkt sein und macht somit unsere Region für Interessenten aus Nah und Fern attraktiv.